SEO Campixx Recap – Meine ein-zwei Dinge

Einen Satz den ich inflationär gelesen und gehört habe:

„Es gab nicht viel neues aber ein bis zwei Dinge habe ich mitgenommen, möchte ich umsetzen“

Um nichts anderes geht es doch! Gab es jemals eine Veranstaltung, an der du 17 neue Sachen gelernt hast? Und das in 45 Minuten?

Wenn ich in 45 Minuten einen Gedanken notiere, eine Aufgabe aufschreibe, die ich unbedingt einmal testen muss, dann war die Zeit lohnenswertSEO Campixx Recap – Meine ein-zwei Dinge weiterlesen

Neue Bezahlmodelle im Internet

Viele Webseiten reden von neuen Bezahlmodellen, einige testen diese. Welche es gibt und warum ich diese interessant finde zeigt mein Artikel.

Golem pur – werbefrei oder kostenfrei

Seit Anfang August 2014 haben Leser von Golem.de die Wahl: werbefrei oder kostenfrei. Das Modell ist spannend. Golem versteckt seine Inhalte nicht hinter einer Paywall, „denn das Beschränken des Zugangs zu Informationen und das Errichten von Paywalls entsprechen nicht unserem Verständnis des Internets und der vernetzten Welt“.  Stattdessen kann ein Abo für

  • 4 Euro im Monat,
  • 3 Euro im Monat  im 6-Monats-Abo
  • 2,50 Euro im Monat im Jahresabo,

abgeschlossen werden. Entstanden ist dieses Modell auf Basis einer Leserumfrage an der 28.000 Nutzer von Golem beteiligt waren.

Spannend sind die Reaktionen auf den Artikel. Gefühlt 90 % aller Nutzer sind mit dem Modell nicht einverstanden. Akzeptieren allerdings gar kein Bezahlmodell. Der Tenor: „Warum soll ich für etwas bezahlen, wenn ich die Informationen auf anderen Seiten kostenlos erhalte?“ Der journalistischen Arbeit wird keine hohe Bedeutung beigemessen. Einige Nutzer meinen, dass Sie die Inhalte zu schlecht finden und dafür nicht bezahlen möchten. Doch dann frage ich mich, wieso sie sich die Zeit nehmen um einen Kommentar zu verfassen.  Zu welchem Zeitpunkt hat sich die Mentalität der Internetnutzer so enorm gewandelt?

User0345 meint sogar, dass 2,50€ im Monat gierig sind. Diese Reaktion kann ich gar nicht nachvollziehen, denn ein Kaffee bei Starbucks oder ein Bier in der Kneipe sind teurer. Allerdings ist meine Rechnung vergleichsweise einfach.

Ich halte mich jeden Tag circa 15 Minuten auf der Webseite auf. Komme ich am Wochenende nicht zum Lesen, dann hole ich das Lesen der Artikel in der Woche nach.  So komme ich auf eine Besuchszeit von etwa 7,5 Stunden- im Monat! Und dafür bezahle ich 2,50 Euro.

  • Einen Kaffee habe ich in 15 Minuten getrunken,
  • für das Bier am Feierabend benötige ich 30 Minuten
  • und eine Partie Squash dauert 45 Minuten, kostet allerdings mindestens 10 Euro

Ich empfinde den Preis also mehr als gerechtfertigt. Würde ich mir alle Nachrichten auf den jeweiligen Quellen heraussuchen, dauert diese Recherche auf jeden Fall länger. Ich spare durch die redaktionelle Dienstleistung von Golem also Zeit und somit Geld.

Besonders drastisch empfinde ich die Reaktionen auf einen Kommentar in dem ein Schreiberling erwähnt, dass er als freier Redakteur für zwei deutsche Blogs arbeitet:

Dann suche dir eine richtige Arbeit und nicht so etwas!

News lesen, das Internet benutzen aber der Arbeit der Leute dahinter keinen Wert beimessen. Schade! Doch aus solchen Gründen wird der Test von Golem meines Erachtens nicht funktionieren. Ich habe bereits mein Jahresabo abgeschlossen und kann den Fortbestand genau beobachten.

Einige Kommentatoren empfehlen das

Mikropayment, um gute Artikel direkt zu empfehlen.

Die Alternative wird von der Redaktion ebenfalls getestet. Wirft monetär scheinbar nicht überschwänglich viel ab. Der Vorteil dieser Variante ist meiner Meinung nach die direkte Rückmeldung der Nutzer. Teilen meine Leser einen Artikel in den sozialen Netzwerken, muss er gut sein. Sind die Nutzer allerdings bereit für meine Leistung Geld zu bezahlen, dann muss mein Machwerk richtig außergewöhnlich sein.

Der größte Pluspunkt für den Leser besteht in der Bezahlmethode. Nach dem Lesen des Artikels muss bezahlt werden. Es wird nicht die Katze im Sack bezahlt.

In eine ähnliche Kerbe schlägt das Modell von

Laterpay – Kauf ein Glas Milch, keine Kuh!

Richard Gutjahr stellt in seinem Blogbeitrag das neue Bezahlmodell für Journalismus ausführlich vor.  Vergleichen könnt Ihr das Modell mit dem Anschreiben in einer Kneipe. Erst bestellt Ihr vier Bier, beim Gehen werden diese bezahlt. Bei Laterpay muss die Rechnung bei 5 Euro beglichen werden. Der Journalist und Autor kann einstellen für welchen Betrag seine Werke verkauft werden. Mindestens 5 cent werden verlangt. Bezahlt ihr für einen Artikel und der Text liefert nicht die versprochenen Erkenntnisse, dann kann er wieder zurück gegeben werden. Kombinationen mit Freemium und Abo-Modellen sind möglich.

Letzteres wird von den

Krautreportern

angewandt. Bei einer Crowdfunding-Kampagne wurden 15.000 Unterstützer gesucht, die den Online-Journalismus voranbringen möchten. Mit 60 Euro für ein Jahresabo ist das Projekt in meinen Augen erschwinglich.

Der Leser soll Reportagen, Geschichten und Berichte finanzieren, nicht die Werbung.

Aktuell habe ich das Gefühl die Betreiber wurden von dem Erfolg überrascht, haben selbst nicht daran geglaubt und sind nun überfordert. Ende September werden wir alle mehr wissen, dann soll das Magazin starten.

Wenn man das Geschäftsmodell ändert, dann ändert man auch den Journalismus

sagte Sebastian Esser, der Herausgeber der Krautreporter.

Seit Mitte Oktober können Artikel gelesen werden. Da diese tatsächlich ausführlich geschrieben sind, habe ich bis zum heutigen Tag nur vier Artikel geschafft. Diese waren allerdings von herausragender Qualität. Ab und an passiert mir dies beim Lesen der etablierten Medien zwar auch, aber die Spreu trennt sich häufiger vom Weizen.  Bei den Krautis haben mir bis dato alle Artikel gefallen. Nicht weil der Inhalt komplett neu ist, die Schreibe besonders hochtrabend, keine Fehler zu finden sind,  sondern weil die Themen erfrischend sind.

Jeder Artikel hat mich zum Nachdenken angeregt. Das erwarte ich von Journalismus!

Noch ist das Design sehr ansprechend. Der Fokus liegt deutlich bei den Texten. Allerdings sehe ich hier als Online-Marketeer einige Fallstricke. Diesen widme ich mich in einem eigenen Artikel.

Die etablierten Medienhäuser ändern nur ungern Ihr Geschäftsmodell und so werden zunächst

Paywalls, wie bei BildPlus

 eingeführt. Der erste Monat kostet 99 Cent. Im Anschluss müsst Ihr ein Monatsabo abschließen

  • 4,99 Euro: Online-Inhalte + Zugriff auf Tablet- und Smartphone-App
  • 9,99 Euro: Online-Inhalte + Apps + die E-Paper-Ausgaben von Bild und Bild am Sonntag
  • 14,99 Euro: Online-Inhalte + Apps + E-Paper + 24 Kiosk-Gutscheine für eine gedruckte Zeitung

Nach sechs Monaten hat Springer einen Erfolg vermeldet. So seien über 152.000 Abos verkauft wurden. Laut IVW zahlen aktuell mehr als 200.000 Abonnenten. Ein Schelm wer hier an „Zauberei“ denkt, denn mit jeder gedruckten Zeitung erhält der Käufer einen Tagespass. Ob diese Leser in der Statistik enthalten sind? In der Auflistung tauchen diese offensichtlich gar nicht auf.

Update 7. November 2014: Ich habe ein paar Erfahrungen mit den Berichten der KRautreporter ergänzt.

Weiterführende Informationen

Golem Pur entstand durch eine Umfrage und einige Leser können diese Entwicklung nicht nachvollziehen

Richard Gutjahr: Laterpay – Neues Bezahlmodell für Journalismus

Das Bezahlsystem Laterpay im Detail

28 Journalisten, ein Projekt: Krautreporter

Informationen über BildPlus von Svenja Siegert und Springer vermeldet einen Erfolg nach 6 Monaten

Aktuell vermeldet die IVW 200.000 Abos

Veränderungen durch den Google Knowledge Graph

Gerade habe ich einen interessanten Artikel über die Auswirkungen des Knowledge Graph von Google gelesen. Ist der Autor Stefan May noch halbwegs objektiv, sind die Kommentare ganz das Gegenteil. Wenn sich allerdings so viele Leser aufregen, muss es dafür einen Grund geben. Ich berichte über meine eigenen Gedanken und schaue über den Google-Rand. Veränderungen durch den Google Knowledge Graph weiterlesen

Was Ikea von Ikeahackers lernen könnte

Ikeahackers.net ist eine Webseite die seit 8 Jahren über das Modifizieren von Ikea-Möbeln berichtet. Da die Betreiberin, Jules Yap, zur Finanzierung Werbung schaltet, klagt der schwedische Möbelkonzern gegen die Verwendung des Markennamens.

Die Webseite schaltet entweder die Anzeigen ab oder dürfe unter dem Namen nicht weiter betrieben werden. Die Nutzung des Firmennamens wurde mittels einstweilige Verfügung untersagt. Yap möchte einen Domain-Umzug vollziehen, da Sie nicht auf die Einnahmen verzichten möchte.

Sachbezogene Verwendung des Firmennamens

Ich gehe davon aus, dass es Ikea nicht gefällt, dass indirekt mit dem Firmennamen Geld verdient wird. Es ist davon auszugehen das Ikea es nicht gefällt das indirekt mit dem Firmennamen Geld verdient wird. Dennoch bin ich der Meinung das die sachbezogene Verwendung eines Firmennamems nicht das Markenrecht untergräbt. (Siehe: Beitrag auf Golem.de)
Beispiele gibt es viele. Häufig wird in dem Zusammenhang der Bildblog.de genannt. Aber gerade die zahlreichen Auto- (Beispiel: Mercedes-Forum.com) oder Star-Fanseiten zeigen, dass es anders gehen kann.

Laut einiger Urteile liegt eine Rechtsverletzung vor, wenn eine „kennzeichenmäßige Benutzung“ vorliegt.  Dies ist meist dann der Fall, wenn das eigene Produkt von anderen abgegrenzt oder unterschieden werden soll. (Vergleich: Rechtsanwalt Dr. Bahr) Die Benutzung einer Bezeichnung als Unternehmenskennzeichen ist keine Markenverletzung (BGH, Urteil v. 12.05.2011, Az.: I ZR 20/10, Schaumstoff Lübke)

Meinter Meinung nach wäre es in dem Fall also durchaus ein Unterschied, ob die Webseite ikea-shop.de, ikea24 oder ikeafans heißt. Dennoch gilt wohl zu beachten, dass die Rechtsprechung hier nicht eindeutig ist. Bei der Verwendung eines Firmennamens als Domainname muss also zunächst mit Konsequenzen gerechnet werden. Ob diese berechtigt sind, wird ein Richter feststellen müssen. (Vergleich: Rechtsanwalt Thomas Seifried)

Update 20. Juni 2014: Die Betreiberin teilte mit, dass aktuell nach einer gemeinsamen Lösung gesucht wird. Wie diese aussehen kann ist noch nicht bekannt.

Warum sind größere Firmen häufig so behäbig?

Ikea sollte sich lieber freuen, dass es solch engagierten Blogger gibt, die selbständig Werbung für den Möbelkonzern verbreiten.

Meine Meinung als Online Marketing Enthusiast: Ikea sollte die Zusammenarbeit intensivieren und mit dem Wissen der Webseite die Produkte verbessern. Neu Ideen anregen und umsetzen.

  1. Einen eigenen Modding Wettbewerb starten. (= Kundenbindung intensivieren)
  2. Seinen Regalen selbst Anleitungen zum Hacken/Modifizieren beilegen und damit das Cross bzw.  Upselling ankurbeln. (=mehr Umsatz und Kundenbindung)
  3. Up- und Crossselling direkt im Markt einsetzen (=längere Aufenthaltsdauer der Kunden)
  4. Ideen oder die komplette Webseite in die eigene Online-Strategie einbeziehen, eventuell den Blog auf Ikea.com integrieren (= tolle Content-Marketing-Strategie)
  5. Der Betreiberin einen Job bei Ikea anbieten. Als Designerin, als Online-Redakteurin oder … . (= Einkauf von einem extrem motivierten Mitarbeiter)
  6. Ikea tritt selbst als Merchant (Werbetreibender) auf. Ikea bucht Werbeplätze auf der Webseite oder bietet spezielles Werbematerial.

Quellen und interessante Verweise

Bildblog.de verwendet ebenfalls einen Firmennamen in der Domain
Das Mercedes-Forum.de wird sogar von einer Firma betrieben
Rechtsanwalt Dr. Bahr: Sind Markennamen bei Domains etwa doch erlaubt?
Rechtsanwalt Thomas Seifried: Eine Domain ist keine Marke
Ideen und Modifikationen von Ikea-Produkten – Ikeahackers.net
Ikea will nicht gehackt werden – Golem.de
Webseite von Ikea – Ikea.com

Ikea sucht nach einer gemeinsamen Lösung, teilte Jules Yap mit